Dass du ein Freebie brauchst, hast du längst verstanden. Die eigentliche Hürde ist eine andere: Was soll es sein? Eine Checkliste? Ein E-Book? Ein Mini-Kurs? Und vor allem – worüber? Genau an dieser Frage bleiben viele Selbstständige hängen und schieben das Freebie monatelang vor sich her.
Dabei ist die Idee gar nicht das Schwierige, wenn du die richtigen Fragen stellst. Ein passendes Freebie ist nämlich nicht das aufwendigste, sondern das, das genau zu deinem Angebot führt. Ich zeige dir, was „passend“ wirklich heißt, den häufigsten Fehler und vier Fragen, mit denen du deine Idee findest – mit Beispielen aus verschiedenen Branchen.
(Falls du noch ganz am Anfang stehst: Was ein Freebie überhaupt ist und warum es sich lohnt, habe ich dir bei Was ist ein Freebie erklärt. Hier geht es um die richtige Idee für dich.)
Was ein Freebie überhaupt „passend“ macht, der häufigste Fehler dabei und vier Fragen, mit denen du deine Freebie-Idee findest – samt Beispielen für verschiedene Branchen.
Kurz gesagt: Ein passendes Freebie löst genau das erste kleine Problem, das deine Wunschkundin lösen muss, bevor dein eigentliches Angebot für sie infrage kommt. Es ist schnell konsumierbar, liefert ein echtes Mini-Ergebnis und führt thematisch direkt zu dem, was du verkaufst. Der häufigste Fehler ist ein Freebie, das zwar nett ist, aber nichts mit deinem Angebot zu tun hat – dann sammelst du die falschen Leute ein. Vier Fragen helfen dir, die richtige Idee zu finden.
Was macht ein Freebie „passend“?
Die Verbindung zu deinem Angebot. Ein passendes Freebie ist die natürliche Vorstufe zu dem, was du verkaufst. Es löst den ersten Schritt, dein Angebot löst den Rest. Wer das Freebie nützlich findet, ist damit automatisch jemand, für den auch dein Angebot interessant ist.
Ein Beispiel für die richtige Logik: Du verkaufst ein Programm, das Coaches hilft, online Kund:innen zu gewinnen. Ein passendes Freebie wäre „Die 5 Sätze, mit denen du dein Angebot klar machst“ – denn ohne klares Angebot bringt der ganze Rest nichts. Das Freebie löst Schritt eins, dein Programm den Weg danach.
Passend heißt außerdem: schnell. Ein gutes Freebie liefert ein kleines Erfolgserlebnis in Minuten, nicht in Stunden. Es soll Lust auf mehr machen, nicht erschöpfen.
Der häufigste Freebie-Fehler
Ein Freebie zu bauen, das nichts mit dem Angebot zu tun hat. Es klingt verlockend, etwas anzubieten, das viele wollen – „100 kostenlose Canva-Vorlagen“, obwohl du eigentlich Ernährungsberatung verkaufst. Solche Freebies bringen zwar Eintragungen, aber die falschen. Du sammelst Menschen ein, die deine Vorlagen wollten und für dein Angebot nie infrage kamen.
Lieber zehn Eintragungen von genau den richtigen Leuten als hundert von Vorbeischauenden. Denn ein Freebie ist kein Selbstzweck – es ist der Anfang einer Beziehung, an deren Ende dein Angebot steht. Warum sich das überhaupt lohnt und was es kostet, kein Freebie zu haben, liest du bei Warum du ohne Lead Magnet Umsatz verschenkst.
Der zweite Fehler: das Freebie zu groß machen. Ein 80-seitiges E-Book wird selten gelesen und kostet dich Wochen. Klein und konkret schlägt groß und vollständig.
4 Fragen, die deine Freebie-Idee finden
Beantworte diese vier Fragen, und deine Idee liegt fast von selbst auf dem Tisch:
- Was ist der allererste Schritt zu meinem Angebot? Was muss jemand verstehen oder tun, bevor mein Angebot überhaupt Sinn ergibt? Genau das wird dein Freebie.
- Welche Frage höre ich immer wieder? Die Fragen, die dir Interessierte stellen, sind Gold. Beantworte die häufigste in deinem Freebie.
- Was kann ich in 10 Minuten lösbar machen? Welches kleine Problem kann deine Leserin mit deiner Hilfe in Minuten lösen? Das gibt das schnelle Erfolgserlebnis.
- Passt das Format zu mir und zur Zielgruppe? Checkliste, Vorlage, kurzes Video, Mini-Workbook – nimm, was du gut kannst und was deine Leute mögen.
Die erste Frage ist die wichtigste. Wenn dein Freebie den ersten Schritt zu deinem Angebot löst, stimmt die Richtung automatisch.
Beispiele für verschiedene Branchen
Damit es greifbar wird, hier drei passende Freebies:
- Texterin (verkauft Salespage-Texte): Freebie „Die 7 Sätze, die auf jede Salespage gehören“ – löst den ersten Schritt, der Auftrag löst den Rest.
- Buchhalterin für Selbstständige (verkauft Beratung): Freebie „Steuer-Checkliste: Diese 12 Belege sammelst du ab heute“ – konkret, schnell, führt direkt zum Thema.
- Onlinekurs-Anbieterin (verkauft einen Kurs zum Thema Schlaf): Freebie „Die 3 häufigsten Einschlaf-Fehler – und was stattdessen hilft“ – Mini-Ergebnis, das Lust auf den Kurs macht.
Siehst du das Muster? Jedes Freebie ist klein, konkret und zeigt direkt zum Angebot. Ob ein klassisches Freebie oder ein themengenaues Content-Upgrade besser zu dir passt, habe ich übrigens bei Freebies oder Content-Upgrades gegenübergestellt.
Welches Format passt zu welchem Ziel?
Wenn die Idee steht, bleibt die Frage nach dem Format. Auch hier gilt: nicht das aufwendigste, sondern das, das dein Mini-Ergebnis am schnellsten liefert. Jedes Format hat eine Stärke:
- Checkliste – ideal für ein schnelles Erfolgserlebnis. Die Leserin hakt ab und hat sofort das Gefühl, weiterzukommen. Perfekt, wenn dein Thema „nichts vergessen“ lautet.
- Vorlage oder Template – stark, wenn du Zeit sparst. Etwas Fertiges, das man nur noch anpassen muss, wird besonders gern genommen, weil der Nutzen sofort spürbar ist.
- Kurzes Video oder Audio – baut am meisten Nähe auf, weil die Leute dich hören und sehen. Gut, wenn Vertrauen bei deinem Angebot besonders zählt.
- Mini-Workbook – passt, wenn deine Wunschkundin eine kleine Veränderung durcharbeiten soll. Etwas mehr Aufwand, dafür ein tieferes Ergebnis.
Eine einfache Faustregel: Geht es um „schnell und konkret“, nimm Checkliste oder Vorlage. Geht es um „Vertrauen und Verbindung“, nimm Video. Geht es um „ein erstes echtes Ergebnis“, nimm ein Workbook.
Wähl das Format, das du gut umsetzen kannst und das deine Leute mögen – und überleg nicht zu lange. Ein einfaches Format, das fertig wird, schlägt das ausgefeilte, das ewig in deinem Kopf bleibt. Du kannst später immer noch nachschärfen, wenn du siehst, wie es ankommt.
Ein letzter Tipp: Bevor du dein Freebie fertig baust, beschreib es in einem einzigen Satz und nenn diesen Satz ein paar Menschen aus deiner Zielgruppe. Leuchten ihre Augen oder fragen sie „wo gibt’s das?“, bist du richtig. Zucken sie nur mit den Schultern, schärf die Idee nach, bevor du Stunden in die Umsetzung steckst. So baust du nichts an deinen Leuten vorbei.
Such dir nicht das aufwendigste Freebie, sondern das passendste. Beantworte die vier Fragen, wähl das kleine Problem, das zu deinem Angebot führt – und bau genau dafür dein Freebie. Lieber heute ein einfaches, das passt, als nie ein perfektes.
Und wenn du dein Freebie nicht nur finden, sondern fertig aufbauen willst – mit Landingpage und Auslieferungsmail –, nimmt dich mein Online-Training Dein „Das will ich haben“-Freebie Schritt für Schritt mit, inklusive Freebie-Workbook und Landingpage-Vorlage.
Sei sichtbar. Die Welt braucht dich und das, was du kannst.
Marlis

