Sonntagabend. Der Cursor blinkt im leeren Textfeld, und die Frage ist wieder da: Was poste ich morgen eigentlich? Du scrollst durch fremde Profile, sammelst halbe Ideen, machst das Feld wieder zu. Und nimmst dir vor, nächste Woche früher dran zu sein.
Ich sehe das seit über zwanzig Jahren im Marketing immer wieder, und es ist fast nie das, wofür die Leute es halten. Das Problem ist nämlich nicht, dass jemand zu wenige Ideen hat. Das Problem ist die Quelle. Wer sich jeden Tag aufs Neue hinsetzt und überlegt „was poste ich heute“, schöpft aus dem Nichts. Und das Nichts ist irgendwann… naja, leer.
Content-Ideen suchst du dir nicht mühsam zusammen. Du schaust an der richtigen Stelle nach – bei deinem eigenen Angebot. Und nein, ich werfe dir hier gleich keine Liste mit hundert fremden Ideen hin – die hast du schon oft genug gegoogelt. Ich zeige dir, wo deine eigenen herkommen. Schritt für Schritt.
Kurz gesagt: Dir gehen die Content-Ideen aus, weil du vom Kalender her denkst statt von deinem Angebot. Dreh es um: Nimm ein konkretes Angebot und sammle die Fragen, Einwände und Missverständnisse deiner Zielgruppe dazu. Jede einzelne davon ist ein Inhalt. Ein gutes Angebot trägt dich monatelang – mit ein bisschen System und ganz ohne fremde Ideen-Listen.
Kurzer Hinweis vorweg, weil viele genau hier hängen: Vielleicht hast du sogar schon fertige Vorlagen – schicke Canva-Designs, in die du nur noch etwas reinschreiben müsstest. Hast du nicht? Dann starte gern mit meinen kostenlosen 25 Canva-Vorlagen für deine nächsten Posts, Reels oder Pins. Und naja, auch mit grafischer Vorlage fehlt dann oft die Contentidee dazu, richtig? Genau das klären wir jetzt.
Warum gehen dir ständig die Content-Ideen aus?
Die meisten Selbstständigen planen ihren Content vom Datum her. Montag ein Post, Mittwoch ein Reel, Freitag eine Story – und für jedes dieser Löcher muss eine Idee her. Der Kalender gibt die Lücken vor, und du füllst sie.
Das ist anstrengend. Die Frage „was poste ich am Mittwoch“ trägt nämlich keine Antwort in sich, sie zwingt dich, jedes Mal bei null anzufangen. Kein Wunder, dass es sich anfühlt, als hättest du keine Ideen. Dabei hast du genug davon, du fragst nur an der falschen Stelle. (Ob ein klassischer Contentplan überhaupt noch zeitgemäß ist, habe ich an anderer Stelle ausführlicher beleuchtet.)
Und dann kommt das, was fast immer passiert: Wenn die Lücke weg muss, postest du irgendwas. Ein hübsches Zitat, einen Trend, Hauptsache voll. Das bringt dich nicht weiter, weil es nichts mit dem zu tun hat, was du eigentlich verkaufst. Du bist sichtbar, aber für nichts Bestimmtes.
Woher kommen Content-Ideen, die nie versiegen?
Aus deinem Angebot. Genau da, wo du dich sowieso am besten auskennst.
Jedes Angebot löst ein Problem. Und rund um dieses Problem gibt es Dutzende Fragen, Zweifel und Missverständnisse in den Köpfen deiner Zielgruppe. Jede dieser Fragen ist ein Inhalt. Jeder Einwand auch. Und jedes „ja, aber bei mir ist das anders“ sowieso.
Denk mal an deine letzten Verkaufs- oder Kennenlern-Gespräche. Was wurdest du gefragt? Was musstest du erklären, bevor jemand kaufen konnte? Was haben die Leute falsch verstanden? Das sind keine Kleinigkeiten am Rande, das ist dein Contentplan. Du hast ihn nur noch nicht aufgeschrieben.
Inhalte, die aus deinem Angebot kommen, arbeiten für dich. Die ziehen genau die Menschen an, für die dein Angebot gemacht ist. Du bist dann nicht mehr einfach nur sichtbar, sondern sichtbar für das Richtige.
Wie findest du Content-Ideen aus deinem Angebot?
Nimm dir ein konkretes Angebot vor und arbeite dich der Reihe nach durch:
- Schreib das Problem auf, das dein Angebot löst. Nicht das Produkt, das Problem dahinter. Wie sieht es vorher aus, wie nachher?
- Sammle die Fragen deiner Zielgruppe. Alles, was dir je gestellt wurde. Stell dir vor, jemand sitzt dir gegenüber und überlegt, ob er kauft – welche zehn Fragen hat dieser Mensch?
- Notier die Einwände. „Zu teuer“, „keine Zeit“, „ob das bei mir auch funktioniert“, „kann ich das nicht selbst“. Jeder Einwand wird ein eigener Inhalt, in dem du ihn ernst nimmst und auflöst.
- Bilde Themencluster. Sortier die Fragen und Einwände in drei, vier Gruppen. Jeder Cluster wird zu einer kleinen Serie, die zusammengehört.
- Plan vom Cluster, nicht vom Tag. Statt „was poste ich Mittwoch“ fragst du „welche Frage aus Cluster eins erkläre ich als Nächstes“. Und das ist eine Frage, die sich beantworten lässt.
Wenn du das einmal für ein Angebot durchziehst, hast du danach keine fünf Ideen vor dir liegen. Du hast Material für Wochen. Genau nach diesem Prinzip findest du übrigens auch Blog-Themen, die zu deinem Angebot leiten – statt irgendwelche Themen, die nur Klicks bringen und sonst nichts.
Welche Content-Ideen stecken konkret in deinem Angebot?
Damit dir nie wieder die Content-Ideen ausgehen, hier zwölf Typen, die aus so ziemlich jedem Angebot fallen. Geh die Liste einmal für dich durch – zu jedem Punkt fällt dir sofort etwas ein:
- Das Problem, das dein Angebot löst – und woran man merkt, dass man es hat.
- Der häufigste Irrtum über dein Thema.
- Für wen dein Angebot gemacht ist – und für wen ausdrücklich nicht.
- Vorher und nachher: Wie sich etwas konkret verändert.
- Die Frage, die dir am häufigsten gestellt wird.
- Ein typischer Einwand, ehrlich beantwortet.
- Hinter den Kulissen: Wie du arbeitest, wie etwas entsteht.
- Ein konkretes Beispiel aus deinem Alltag mit Kund:innen.
- Der allererste Schritt, den jemand heute schon machen kann.
- Was die meisten falsch machen – und was stattdessen hilft.
- Ein Mythos aus deiner Branche, den du mal geradeziehst.
- Was du gern früher gewusst hättest.
Das sind zwölf Ideen aus einem einzigen Angebot. Hast du zwei oder drei Angebote, vervielfacht sich das entsprechend.
Und wenn du jetzt direkt loslegen willst, statt erst alles selbst zu bauen: Meine 25 Canva-Vorlagen gibt's gratis. Du füllst die zwölf Typen von oben einfach in die fertigen Designs – und aus der Idee ist ein Post geworden, ohne dass du bei der Gestaltung bei null anfängst.
Wie machst du aus einer Idee zehn Inhalte?
Eine gute Content-Idee ist kein einzelner Post. Sie ist ein Rohstoff.
Nimm eine einzige Frage deiner Zielgruppe. Daraus wird ein Blogbeitrag, den Google findet. Aus dem Blogbeitrag werden drei, vier Social-Media-Posts, die jeweils einen Punkt herausgreifen. Daraus wird ein Newsletter. Und ein Pinterest-Pin, der monatelang Leute auf den Blogbeitrag schickt. Eine Idee, fünf Inhalte, mehrere Kanäle.
Genau das meine ich mit Content-Kollektionen… für mich heißt das: einmal etwas richtig Gutes erstellen und es dann mehrfach arbeiten lassen, statt jeden Tag was Neues aus dem Boden zu stampfen.
Was tust du, wenn dir trotzdem mal keine Contentidee einfällt?
Dann gehst du zu deinen Quellen. Die hast du nämlich längst, du nutzt sie nur nicht systematisch:
- Fragen von Kund:innen aus E-Mails, DMs, Kommentaren – schreib sie mit, sobald sie reinkommen.
- Verkaufs- und Kennenlern-Gespräche – was kommt da immer wieder zur Sprache?
- Alte Inhalte, die gut liefen – die darfst du neu aufgreifen, anders verpacken, aktualisieren.
- Deine FAQ – jede Frage, die du dort beantwortest, ist auch einen eigenen Beitrag wert.
Leg dir eine simple Liste an, in die alles reinwandert, was dir begegnet. Dann heißt die Frage nie mehr „was poste ich“, sondern „welche von meinen Ideen nehme ich als Nächstes“. Das macht einen ganz schönen Unterschied, oder?
Wenn du das Ganze als fertiges System willst
Bis hierhin hast du den Kern: Ideen kommen aus deinem Angebot, eine Idee wird zu vielen Inhalten, und für den Nachschub hast du feste Quellen. Damit kannst du deinen Content planen, ohne dich jede Woche neu zu stressen – und kommst schon ein gutes Stück weiter als mit der nächsten Ideen-Liste.
Vielleicht reizt dich aber der ganze Weg: Themenrecherche, Blog, Pinterest, Social Media und Newsletter, die ineinandergreifen statt nebeneinanderher zu laufen. Genau dafür habe ich das CONTENTBOOST System gebaut. Sechs Module, Vorlagen, und ein klarer Weg, wie aus deinem Angebot Content-Kollektionen werden, die dich auch dann sichtbar machen, wenn du gerade gar nicht am Schreibtisch sitzt. Es ist im Grunde mein kompletter Ansatz für Content-Marketing mit System statt Stress, in einem Paket.
Wenn du wissen willst, wie das komplett aussieht: Du bekommst hier einen Überblick über das CONTENTBOOST System.
Du brauchst keine zweihundert fremden Ideen. Du hast deine Quelle längst – schau bei deinem Angebot nach, schreib die Fragen auf, und das leere Textfeld am Sonntagabend hat sich erledigt.
Sei sichtbar. Die Welt braucht dich und das, was du kannst.
Marlis

