Ein Funnel. Du dachtest, es ist einer. Und jetzt liest du plötzlich was von Frontend-Funnel und Backend-Funnel und fragst dich, ob du das alles brauchst oder ob das nur Marketing-Leute-Sprache ist, die dich verrückt machen soll.
Ehrlich gesagt wird das Thema oft komplizierter erklärt, als es sein muss. Bei den meisten Selbstständigen, mit denen ich arbeite, ergibt sich die Frontend-Backend-Logik fast von alleine, sobald der erste Funnel steht. Hier machen wir das Ganze mal in Ruhe auf – was ein Frontend-Funnel ist, was ein Backend-Funnel, wie die zusammenspielen, und was davon du als Solo-Selbstständige wirklich brauchst.
Was Frontend- und Backend-Funnel unterscheidet, wie sie zusammenspielen und was du als Solo-Selbstständige davon wirklich brauchst – das kläre ich hier, inklusive der typischen Fehler.
Was ist ein Frontend-Funnel?
Ein Frontend-Funnel ist der Teil deines Systems, der neue Menschen in deine Welt holt. Das ist sozusagen die Eingangstür. Jemand kennt dich noch nicht, kommt über Google, Social Media oder eine Anzeige – und hat zum ersten Mal Kontakt mit dir.
Im einfachsten Fall sieht das so aus: Es gibt einen Blogartikel, eine Landingpage, ein Freebie oder eine Webinar-Anmeldung. Irgendwas, das den ersten Schritt bildet. Der Frontend-Funnel hat eine ganz klare Aufgabe: Aufmerksamkeit in Interesse verwandeln. Mehr nicht. Noch nicht.
Was ein Frontend-Funnel nicht ist: Der Ort, an dem du dein 2.000-Euro-Coaching verkaufst. Zumindest meistens nicht. Die Leute kennen dich gerade erst, sie haben gerade eben zum ersten Mal deinen Namen gehört. Da gleich mit einem vierstelligen Angebot um die Ecke zu kommen, funktioniert halt selten.
Was du am Frontend verkaufen kannst, wenn du möchtest: Miniprodukte, kleine Workshops, günstige Einstiegsangebote. Oder – und das ist bei den meisten meiner Kundinnen der Fall – du verkaufst am Frontend gar nichts, sondern nutzt es rein zum Aufbau deiner E-Mail-Liste oder als Webinar-Einladung.
Was ist ein Backend-Funnel?
Der Backend-Funnel ist der Teil, der danach kommt. Also nachdem jemand schon in deiner Welt ist. Die Person hat dein Freebie heruntergeladen, dein Webinar geschaut oder ein Miniprodukt gekauft. Sie kennt dich jetzt. Und hier – im Backend – passiert der eigentliche Verkauf.
Im Backend geht es um Vertrauen, um Vertiefung, und letztendlich um dein Hauptangebot. Das ist der Ort, an dem du dein Coaching, dein Gruppenprogramm oder dein Training verkaufst. Also die Sachen, bei denen es um richtig guten Umsatz geht.
Ein typischer Backend-Funnel bei einer Solo-Selbstständigen sieht so aus: Die Person hat dein Webinar geschaut. Am Ende des Webinars gibt es ein Angebot für dein Hauptprogramm. Wer nicht direkt bucht, bekommt eine Follow-up-E-Mail-Sequenz. Und in dieser Sequenz baust du nochmal Vertrauen auf, beantwortest Einwände und machst das Angebot nochmal zugänglich. Vielleicht gibt es auch einen Kennenlern-Call als zusätzliche Option.
Das ist der Backend-Funnel. Nicht glamourös, nicht kompliziert – aber der Teil, in dem das Geld verdient wird.
Wie Frontend und Backend zusammenspielen
Stell dir das wie ein Restaurant vor:
Das Frontend ist das Schaufenster. Die Speisekarte an der Tür. Der Duft, der nach draußen zieht. Alles, was dafür sorgt, dass jemand überhaupt reinkommt.
Das Backend ist das, was drinnen passiert. Die Bedienung, die Atmosphäre, das Essen. Das ist der Ort, an dem die Person entscheidet: Komme ich wieder? Empfehle ich das weiter? Bestelle ich das teure Menü?
In der Praxis sieht das dann so aus:
Frontend: Jemand findet deinen Blogartikel über Google → am Ende des Artikels gibt es einen Funnel-Rechner oder eine Webinar-Einladung → die Person meldet sich an.
Backend: Die Person schaut das Webinar → bekommt am Ende dein Angebot → bucht direkt oder bekommt eine E-Mail-Sequenz → bucht später oder bucht einen Kennenlern-Call.
Das Frontend füllt das Backend. Das Backend macht den Umsatz. Beide brauchen einander, aber sie haben komplett unterschiedliche Jobs.
Wenn du Frontend und Backend nicht mühsam einzeln zusammensetzen willst: Im GETTING RESULTS Marketing Kit ist beides schon als ein System angelegt – du siehst direkt, wie die Teile ineinandergreifen.
Was du als Solo-Selbstständige wirklich brauchst
Was brauchst du davon? Und in welcher Reihenfolge?
Du fängst mit dem Backend an. Nicht mit dem Frontend.
Warum? Es ergibt keinen Sinn, Menschen in deine Welt zu holen, wenn drinnen noch nichts steht. Wenn dein Webinar noch nicht fertig ist, dein Angebot noch nicht klar formuliert ist und deine Salespage noch nicht steht, dann nützt dir auch das beste Freebie nichts. Die Leute kommen rein, schauen sich um, und gehen wieder.
Also: Erst das Angebot klären. Dann die Salespage. Dann das Webinar entwickeln. Dann die E-Mail-Sequenzen bauen. Und dann – wenn das alles steht – holst du Traffic rein. SEO, Social Media, vielleicht Anzeigen. Und dann noch eine Ebene darauf: Freebies, Content-Upgrades, Kooperationen.
Von innen nach außen. Nicht andersrum.
Das ist auch genau die Reihenfolge, in der ich Kundinnen durch den Prozess führe. Weil es nichts Frustrierenderes gibt als 500 neue Newsletter-Abonnenten zu haben und nicht zu wissen, was du ihnen anbieten sollst.
Typische Fehler bei Frontend und Backend
Der häufigste Fehler: Nur ein Frontend bauen und kein Backend haben. Also eine wachsende E-Mail-Liste, ein nettes Freebie, regelmäßige Newsletter – aber kein systematischer Weg zum Angebot. Das ist wie ein Restaurant mit einer großartigen Speisekarte an der Tür, aber ohne Küche drin.
Der zweite Fehler: Alles gleichzeitig machen wollen. Frontend und Backend parallel aufbauen, während du nebenbei noch Content erstellst, Anzeigen testest und ein neues Freebie designst. Das endet meistens in halbfertigen Sachen überall und einem fertigen Ding nirgends.
Und der dritte Fehler: Frontend und Backend nicht aufeinander abstimmen. Wenn dein Freebie „10 Instagram-Tipps“ verspricht und dein Hauptangebot ein Webinar-Funnel-Training ist, dann passen die Leute, die du anziehst, halt nicht zu dem, was du verkaufst. Frontend und Backend müssen die gleiche Geschichte erzählen.
Frontend- und Backend-Funnel aufbauen: Wo fängst du an?
Wenn du jetzt ein klareres Bild davon hast, wie Frontend und Backend zusammenpassen, dann ist die Frage: Wo stehst du gerade?
Hast du schon ein Angebot, das steht, und eine Salespage, die funktioniert? Dann bist du bereit für den Backend-Funnel – also Webinar und E-Mail-Sequenz.
Hast du das Backend schon und brauchst jetzt Traffic? Dann ist es Zeit für den Frontend-Funnel – SEO, Content, vielleicht Anzeigen.
Oder stehst du noch ganz am Anfang und fragst dich, wie das alles zusammenhängt? Dann lies hier weiter: Kundengewinnung mit System: Wie ein Webinar-Funnel funktioniert
Und wenn du mal rechnen willst, wie viel Traffic du für dein System brauchst:
Funnel-Rechner: Wie viele Besucher brauchst du?
Wenn du dir genau dieses System aufbauen willst, mit allen Vorlagen und der richtigen Reihenfolge, findest du das im GETTING RESULTS Marketing Kit.
Sei sichtbar. Die Welt braucht dich und das, was du kannst.
Marlis

