„Ich müsste mal wieder was auf Instagram posten.“ Diesen Satz höre ich ständig – und fast immer schwingt ein Seufzen mit. Social Media fühlt sich für viele Selbstständige wie eine Pflicht an, die man vor sich herschiebt und bei der man trotzdem ein schlechtes Gewissen hat.
Also lass uns die Frage mal ehrlich stellen: Brauchst du das überhaupt? Ich habe in über zwanzig Jahren Marketing genug Menschen erlebt, die sich auf Social Media abgestrampelt haben – und andere, die ohne ein einziges Reel gut gebucht waren. Die Antwort ist deshalb nicht so eindeutig, wie beide Lager gern behaupten.
Kurz gesagt: Nein, du brauchst nicht zwingend Social Media. Was du brauchst, ist, dass Menschen dich finden, wenn sie nach deiner Lösung suchen. Und das passiert für die meisten über Suchmaschinen, nicht über den Feed: Rund 87 % suchen bei Google nach Unternehmen, nur etwa 14 % schauen zuerst auf Social Media. Wichtig ist also auffindbarer Content – plus ein Kanal, den du wirklich durchhältst, statt drei, die dich auslaugen.
Muss ich als Selbstständige auf Instagram sein?
Nein, musst du nicht. Diese Pflicht existiert nur in deinem Kopf (und in den Reels der Leute, die dir Social-Media-Kurse verkaufen wollen).
Ob Instagram sich für dich lohnt, hängt schlicht von deiner Zielgruppe ab. Bei den ganz Jungen, so 18 bis 24, läuft tatsächlich viel über Instagram und TikTok – die suchen dort sogar nach Unternehmen. Wenn deine Kund:innen aber eher 40 plus sind und gezielt nach einer Lösung für ihr Problem suchen, dann sitzen die nicht im Reels-Strudel. Die tippen ihre Frage bei Google ein.
Heißt für dich: Bevor du dich zu Instagram zwingst, schau dir an, wo deine Leute überhaupt suchen. Vielleicht ist das Instagram – vielleicht aber auch Google oder Pinterest. Den Kanal nach Gefühl zu wählen, weil „man das halt macht“, ist jedenfalls verschwendete Energie.
Wie finden Menschen dich, wenn nicht über Social Media?
Über Suchmaschinen, vor allem. Studien zur Unternehmenssuche zeigen: Für die große Mehrheit ist Google der erste Weg, ein Unternehmen oder Angebot zu finden – Social Media ist nur für einen kleinen Teil die erste Anlaufstelle. (Das sind Zahlen aus der lokalen Suche, aber die Richtung gilt auch darüber hinaus.)
Und dann gibt es noch die Kanäle, die viele unterschätzen: Pinterest zum Beispiel ist gar kein Social Network im klassischen Sinn, sondern eine Suchmaschine – Menschen suchen dort aktiv nach Ideen und Lösungen. Dazu Empfehlungen von zufriedenen Kund:innen. Und dein Newsletter, der die Menschen erreicht, die sich schon für dich entschieden haben.
Der gemeinsame Nenner: Das sind Kanäle, auf denen dich jemand findet, weil er genau dann etwas sucht, was du hast. Ein Blogbeitrag, der zu ihrer Frage passt, ist in genau diesem Moment zur Stelle, wenn jemand aktiv danach sucht. Social-Media-Beiträge erreichen Menschen dagegen vor allem dann, wenn der Algorithmus sie gerade ausspielt – nicht unbedingt in dem Moment, in dem jemand nach deinem Thema sucht. Falls du dich beim Posten eh schon fragst, wie oft das überhaupt sein muss, ist das übrigens ein gutes Zeichen, dass der Feed dich mehr Kraft kostet, als er bringt.
Was bringt Social Media dann überhaupt?
Bleiben wir fair: Social Media ist nicht nutzlos. Es ist ein guter Ort, um Vertrauen aufzubauen, im Kopf zu bleiben und zu zeigen, wie du tickst. Manche Menschen folgen dir eine Weile still mit, bevor sie kaufen – und dieser Raum ist wertvoll.
Aber Social Media ist ein Verstärker, kein Fundament. Es funktioniert am besten, wenn schon etwas da ist, auf das es einzahlt: ein Angebot, ein Ort, an dem man dich findet, ein Grund, dranzubleiben. Ich habe dir ausführlich aufgeschrieben, welche Rolle Social Media in deinem Business überhaupt spielt – das lohnt sich, bevor du noch mehr Zeit in den Feed steckst.
Was baust du stattdessen – oder zuerst – auf?
Auffindbaren Content, der dauerhaft für dich arbeitet. Einen Blog, der zu den Fragen deiner Zielgruppe rankt. Pinterest, das diese Inhalte immer wieder neu ausspielt. Einen Newsletter, der die Menschen hält, die schon da sind.
Und dann der Teil, der alles leichter macht: Du musst dafür nicht zehn Kanäle bespielen. Eine durchdachte Idee wird zum Blogbeitrag, zu ein paar Social-Media-Posts, zu einem Newsletter, zu Pins. Wo diese Ideen herkommen, habe ich dir im Beitrag über Content-Ideen finden aufgeschrieben. Wenn du Social Media magst, mach es weiter – aber als Kür, nicht als Pflicht, an der du dich aufreibst.
So wirst du gefunden, ohne dich im Feed zu verlieren
Wenn du Social Media also satt hast oder einfach merkst, dass es dich mehr Kraft kostet als bringt: Du hast die Erlaubnis, es kleiner zu fahren. Voraussetzung ist, dass dich woanders jemand findet.
Genau dafür habe ich das CONTENTBOOST System gebaut. Es zeigt dir, wie du aus deinem Angebot auffindbaren Content machst – Blog, Pinterest, Newsletter und, ja, Social Media, die ineinandergreifen, statt dass du jeden Kanal einzeln und atemlos fütterst. Das ist mein kompletter Ansatz für Content-Marketing mit System statt Stress.
Wenn du wissen willst, wie das aussieht: Du bekommst hier einen Überblick über das CONTENTBOOST System.
Du musst nicht überall sein. Du musst auffindbar sein, wenn jemand dein Thema sucht. Das ist viel ruhiger – und es hält länger als der nächste Post.
Sei sichtbar. Die Welt braucht dich und das, was du kannst.
Marlis

